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- aktualisiert am 31.10.2016 -

Hornissen - Maße, Daten & Fakten


Individuen

Maße und Gewichte

Bereits im Larvenstadium beeinflussen Qualität und Quantität der Ernährung die spätere Körpergröße von Hornissen (beispielsweise sind Hornissenarbeiterinnen im Frühjahr etwas kleiner als im Hochsommer), allerdings gibt es auch genetische Grenzen. Weiterhin legt die Größe der Zellen - die wiederum genetisch bedingt ist - die Körpergröße der darin entwickelten Tiere in gewissen Maßen fest. Hornissendrohnen, die sich in Arbeiterinnenzellen entwickeln, sind beispielsweise signifikant kleiner als solche, die sich in Geschlechtstierzellen entwickeln. Weiterhin sollen Hornissen aufgrund des besseren Futterangebotes im ländlichen Raum größer und kräftiger werden als im städtischen Umfeld.

Königin Arbeiterin Drohn
Körperlängen
bis zu 35mm (ca. 1,5 inch) 18-25mm 21-28mm
Flügellängen
22 - 24mm 14-20mm 16-23mm

Die Flügellänge erlaubt eine genauere Abschätzung der Größe des Tieres als die direkte Messung der Körperlänge. Lediglich bei alten, stark abgeflogenen Stücken muss zur gemessenen Flügellänge noch etwa 1-2 mm dazugerechnet werden.

Stachellängen
wird in Kürze bestimmt 3,4 bis 3,7mm KEIN STACHEL !
 
Gewichte

> 1,1 g zur Hauptzeit der
   Eiablage
> 0,5 g kurz vor ihrem Tod

0,5 bis 0,6 Gramm 0,6 bis 0,7 Gramm
 

Es gibt nur 2 Kasten bei den Hornissen

Königin und Arbeiterin stellen bei den Wespen und Hornissen 2 Kasten dar, die Männchen (Drohnen) sind in diesem Falle keine dritte Kaste! Denn der Begriff "Kaste" bezieht sich nur auf unterschiedliche Ausprägungen innerhalb ein und desselben Geschlechts (bei Termiten beispielsweise verhält es sich anders, weil hier im männlichen Geschlecht morphologisch verschiedene Ausprägungen vorkommen).

Königin und darunter zwei junge Arbeiterinnen
Foto von Stefan Dehren
Die Königin allein mit etwas Druck von oben um den Buckel auszugleichen; Fotos von Stefan Dehren
Foto von Stefan Dehren
 

Wie lange lebt eine Hornissenarbeiterin?

Die Lebenserwartung einer Arbeiterin ist sehr variabel und u. a. abhängig von der Jahreszeit, Nestgröße, den vom betreffenden Tier verrichteten Aufgaben und der Lokalität. Im Durchschnitt beträgt sie nur etwa 14 Tage, einzelne Tiere leben im Ausnahmefall auch mehr als 6 Wochen.

Wie schnell schlägt das Herz einer Hornissenlarve?

Auch eine Hornissen-Larve hat natürlich ein Herz - ein Schlauchherz. Es schlägt um die 100 Mal pro Minute.


Nest

Temperaturen

  • in den verdeckelten Waben: 30,8 °C
  • in den offenen Waben am Stiel: 30,4°C


W
enn es draußen kälter wird, kriecht ein Teil der Arbeiterinnen kopfüber in die Waben und erzeugt Wärme durch Mikro-Bewegungen (leichtes Zittern) der Flugmuskulatur. Die Temperaturerhöhung ist messbar: ca. 1,6 °C. Die Hornissenbrut entwickelt sich übrigens in dem breiteren Bereich von 25 - 35 °C ohne Schaden.

Anzahl der Zellen

  • RIPBERGER und HUTTER ermittelten bis zu 3531Zellen in einem einzigen Hornissennest

  • Das von SCHMOLZ publizierte Nest wies sogar 5422 Zellen auf

mittlere Innendurchmesser der Zellen
  • Königin: 12 +/- 1 mm

  • Drohn: 11 +/- 1 mm

  • Arbeiterin: 7 +/- 1 mm

mittlere Tiefe der Zellen
  • Königin: 35 +/- 2 mm

  • Drohn: 29 +/- 2 mm

  • Arbeiterin:23 +/- 2 mm


Hornissenpapier

Das Hornissenpapier besteht aus Tausenden kleiner, nur wenige Milligramm schwerer, Zellulosepartikeln, gewonnen aus verrottendem Holz. Als Bindemittel für die fein zerkaute Holzmasse dient der chitinhaltige Hornissenspeichel. Das ausgehärtete Hornissenpapier ist wasserabstoßend mit einem Wasseranteil von lediglich 3,6 %.

  • Flächengewicht: 76,5 g/m2

  • Durchschnittliche Papierstärke: 0,1 mm

  • Wärmeleitfähigkeit Hornissennest: 0,08-0,20 W/ (°C * m)

(Quelle: Schmolz et a. 2000)


Durchschnittliche Dauer der Entwicklungsstadien in Tagen (Vespa crabro - Arbeiterin)

  • Ei 5,0 (± 0,2)

  • Larvenstadium I 1,0 (± 0,0)

  • Larvenstadium II 1,1 (± 0,1)

  • Larvenstadium III 1,2 (± 0,2)

  • Larvenstadium IV 2,2 (± 0,5)

  • Larvenstadium V 6,8 (± 2,1)

  • Puppe 15,5 (± 0,3)

  • Gesamtdauer: 32,4 (± 4,7)


Charakteristik einer durchschnittlichen Hornissenkolonie *

  • Anzahl Kleinzellen 745

  • Anzahl Großzellen 1015

  • Verhältnis Klein-/Großzellen: 1,1

  • Produzierte Imagines (Kleinzellen) 1020

  • Produzierte Imagines (Großzellen) 624

  • Anzahl produzierter Arbeiterinnen 957

  • Anzahl produzierter Königinnen 330

  • Anzahl produzierter Drohnen 357

  • Verhältnis Drohnen/Jungköniginnen 1,08

  • Prozentsatz der in Großzellen produzierten Drohnen 82

  • Kleinzellen werden bis zu viermal, im Durchschnitt 1,4-mal wieder verwendet.

  • Großzellen hingegen nur 0,7-mal.

* Mittelwert aus 10 untersuchten Nestern (ARCHER in EDWARDS 1980)


Weitere Fakten

Was tragen Hornissen an Beute ein?

Ausgewertet wurden 1033 Sammelflüge von Arbeiterinnen eines Nestes von Vespa crabro flavofasciata im Juni-Juli.

Der Anteil der einzelnen Sammelgüter war wie folgt:

  • kohlenhydratreiche Flüssigkeiten (Baumsaft, Blütennektar, Obstsaft u.a.) 57%

  • Beutetiere 13%

  • Baumaterial 17%

  • Wasser 7%

  • keine sichtbare Ladung 5%.

Diese Verteilung ändert sich allerdings entsprechend den Bedürfnissen des Volkes und im Laufe der Saison. Im Spätsommer ist der Anteil an eingebrachten Beutetieren beispielsweise wesentlich höher und kann bis zu 36% betragen.


Anzahl und Dauer der Beuteflüge

Die durchschnittliche Dauer eines Sammelfluges beträgt für Kohlenhydrate 13,3 Minuten (Matsuura) bzw. 12 ± 8 (Langer, Diss.), für Beute 10,8 Minuten bzw. 8 ± 5, für Baumaterial 6,3 Minuten bzw. 7 ± 6 und für Wasser 2,9 Minuten.

Nur bei wolkenbruchartigem Regen stellen Hornissen ihre Sammelflüge vollständig ein. Bei starkem Regen werden die Ausflüge stark verkürzt und der Eintrag an Beuteinsekten sinkt.

Im Nest der Ammersee-Hornissen von Dr. Billig ergaben sich folgende Werte anhand der Auswertung eines Einzelflugprotokolls von Arbeiterin 6 ()

Anzahl der Flüge zwischen 05:00 Uhr und 21:00 Uhr am 22.07.2004 38
durchschnittliche Jagdzeit 15 min.
durchschnittliche Zeit im Nest 27 min.
kürzeste Jagd 3 min.
längste Jagd 37 min.
kürzeste Verweildauer im Nest 3 min.
längste Verweildauer im Nest 60 min.
max. Flüge pro Stunde (10:00 - 11:00) 4
min. Flüge pro Stunde (18:00 - 19:00) 1

Fluggeschwindigkeit der Hornissen

Im freien Flug wurde bei Hornissen eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 20 – 24 km/h (etwa 6 m/s) gemessen. Beim Herabstoßen auf ein Beutetier dürften kurzzeitig sogar noch höhere Spitzengeschwindigkeiten erreicht werden.

Dabei produziert die Flugmuskulatur des Tieres viel Wärme. Bei Arbeiterinnen wurde eine durchschnittliche Leistung von 72mW (159 ± 38 mW/g) bei 20°C Umgebungstemperatur festgestellt.

An heißen Tagen besteht für Hornissen aufgrund der intensiven Stoffwechselrate die Gefahr der Überhitzung. Arbeiterinnen würgen daher bei hoher Umgebungstemperatur im Fluge einen Tropfen Flüssigkeit hervor. Durch die entstehende Verdunstungskälte wird überschüssige Wärme abgeführt.

Den Drohnen hingegen fehlt eine entsprechende Verhaltensanpassung. Sie sind deshalb bei hohen Außentemperaturen gezwungen, ihre Fluggeschwindigkeit zu vermindern.


Vermeidung von Überhitzung im Flug

Hornissenarbeiterinnen würgen an heißen Tagen im Flug Flüssigkeitströpfchen aus. Die entstehende Verdunstungskälte bewahrt das Tier vor einer Überhitzung durch die enorme Hitzeproduktion der massiven Flugmuskulatur.


Erhaltung der Art

  • Ein Drohn kann mehrere Königinnen begatten (Polyandrie). Königinnen und Drohne finden sich durch chemische Botenstoffe ("Pheromone").

  • Nach Untersuchungen von Kevin Foster (1999) paaren sich allerdings 9 von 14 Hornissenköniginnen nur mit einem einzigen Drohn (Monandrie)

  • 4 von 14 Hornissenköniginnen werden von 2 Drohnen begattet: ; 1 von 14 Hornissenköniginnen werden von 3 Drohnen begattet. Also die Mehrzahl der Königinnen wird nur einmal begattet!

  • Die Drohnen leben nach der Paarung dann nicht mehr lange

  • Die Eiablage der Königin erreicht zwischen Anfang und Mitte August den Höhepunkt - mit ca. 40 Eiern pro Tag

  • Doch bereits ab Anfang September lässt die Legeleistung der Altkönigin sehr stark nach, es gibt immer größere Pausen nach jedem gelegten Ei -  - und selbst diese frisch gelegten Eier werden nun nach nur wenigen Sekunden von den Arbeiterinnen wieder aufgefressen.

  • Kleine Völker produzieren überwiegend Drohnen, größere dagegen anteilmäßig viele Königinnen. In der Regel werden etwas mehr Drohnen als Königinnen aufgezogen.

  • Mit etwa 1 Jahr Lebensalter stirbt dann die Königin, so in etwa Mitte September / Anfang Oktober


Einzelheiten zur Kopula bei Hornissen:

Die weibliche Geschlechtsöffnung befindet sich unterhalb des Stachelapparates an der Bauchseite. Bei der Kopula spreizt das Weibchen die hinteren Segmentplatten ab und gibt so erst den Zugang zur Stachelkammer frei. In dieser wird der männliche Begattungsapparat verankert und der Aedoeagus in die Vagina eingeführt.

Das Ejakulat gelangt nicht direkt in die Samenblase, sondern zuerst in die sogenannte Begattungstasche (Bursa copulatrix), die den Vaginalkanal abschließt. Die Samenblase (Spermatheka, Receptaculum seminis) befindet sich hinter der Bursa copulatorix und ist mit dieser durch einen Kanal verbunden. Um in die Spermatheka zu gelangen, wo sie für die spätere Verwendung längerfristig gespeichert werden, müssen die Spermien zum Teil aktiv schwimmen, werden dabei jedoch auch durch muskuläre Kontraktionen der Bursa unterstützt.


Verbreitung von Vespa crabro

Vespa crabro erreicht in Mitteleuropa erst bei etwa dem 63sten Breitengrad  ihre nördliche Verbreitungsgrenze.

Weltweit gibt es jedoch mittlerweile  - durch menschliche Mithilfe - auch Vorkommen in Nordamerika und Kanada. Nach Nordamerika wurde sie zwischen 1840 und 1860 durch den Menschen eingeschleppt. Ausgehend von der Ostküste hat sie sich in der Zwischenzeit bis zum Mississippi ausgebreitet und diesen auch stellenweise bereits überschritten. So sind Vorkommen in Ontario, North Carolina, Texas, Tennessee, mit einigen Vorkommen westlich des Mississippi Rivers bekannt. In Kanada ist sie noch im Süden Quebecs und Ontarios anzutreffen.

Verbreitung von Vespa crabro


Hier noch abschließend ein Auszug aus dem BNatSchG 2002 Abschnitt 9 §65 Bußgeldvorschriften:

"(5) Die Ordnungswidrigkeit kann in den Fällen der Absätze 1 und 2 Nr. 1 Buchstabe b und Nr. 4, des Absatzes 3 Nr. 1 und 3 und des Absatzes 4 mit einer Geldbuße bis zu fünfzigtausend Euro, in den übrigen Fällen mit einer Geldbuße bis zu zehntausend Euro geahndet werden."


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