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- aktualisiert am 31.10.2016 -

Hornissennester im Erdreich


Fotos: Oliver Schätzlein

Es kommt durchaus vor, dass Hornissen in einem Erdnest beobachtet werden können. Es wird sogar angenommen, dass ein Erdnest in seiner kritischen Anfangsphase bei Kälteeinbrüchen ein ausgewogeneres Mikroklima als "ein normales Nest" aufweist und somit für die Hornissen durchaus Vorteile bieten kann - wenn man von der Überschwemmungsgefahr einmal absieht. Bevorzugt werden offenbar trockene Südhänge.

Oft werden ehemalige Mäusenester als Behausung genutzt. Oder es werden Hohlräume unter Wurzelballen oder Steinen bezogen. Der Hohlraum im Erdreich wird bei einigen Völkern auch vergrößert, indem fleißig Erdkügelchen aus dem unterirdischen Bau getragen werden.

Manche "Erdbevölkerungen" im Garten finden jedoch auch direkt im Komposthaufen statt.

Bei einem Erdnest bringt Rasenmähen  die Tiere natürlich in Verteidigungsbereitschaft. Hier bitte diesen Bereich rund um den Nesteingang ggf. kennzeichnen und unbedingt großzügig umfahren!

Da die Hohlräume für diese Nester aber in der Regel sehr schnell zu klein werden (es bleibt meistens bei einer Anfangswabe), findet hier sehr häufig eine Filialbildung statt. Die Erdnester sind dann gegen Mitte Juli plötzlich verlassen, da alle Hornissen zu einem geeigneteren Standort umgezogen sind.

In Kompostmieten (alte, mehrjährige Mieten) können sich allerdings auch starke Völker ausbilden, die dort dann die ganze Saison verbleiben - ohne dass also ein Hornissen-Umzug stattfindet.

Hornisse verlässt das Erdloch (Eingang des Erdnestes)
Hornisse verlässt das Erdloch (Eingang des Erdnestes); Foto: Oliver Schätzlein

Hornisse im Tiefflug - auf der Suche des Eingangs
Hornisse im Tiefflug - auf der Suche des Eingangs; Foto: Oliver Schätzlein

Hornisse im Eingang des Erdnestes
Hornisse im Eingang des Erdnestes; Foto: Oliver Schätzlein


 Ergänzende Hinweise von Oliver Schätzlein

Hatte heute am Sonntag wieder Zeit, das Erdnest noch mal aufzusuchen, und bei dem herrlichen Wetter herrschte dort reger Flugverkehr. Im hellen Sonnenlicht war es leicht, die Hornissen, die im Tiefflug über die gemähte Wiese flogen, mit dem Fernglas zu verfolgen und zu beobachten. Da fiel mir auf, dass auf der gleichen Wiese an anderer Stelle ebenfalls Hornissen vom Boden abzuheben schienen. Das musste ich mir genauer anschauen. Tatsächlich! Ein weiteres Mäuseloch, aus dem die Hornissen ein und aus flogen. Doch Hoppla! Kaum kam ich in die Nähe des Erdnestes, wurde ich von 2, 3 Hornissen umkreist, die mich auch noch verfolgten als ich mich langsam von dem Nest entfernte. Nach einer guten viertel Stunde näherte ich mich erneut ganz behutsam - doch wieder das gleiche! Ruck zuck schwirrten zwei prächtige Hornissen in Augenhöhe um mich herum. Ein solches Verhalten habe ich bisher noch nie erlebt. Unter diesen Umständen war es mir nicht möglich brauchbare Fotos vom Nesteingang zu machen. Nur mit meinem Teleobjektiv konnte ich dann aus sicherer Entfernung noch das eine oder andere Foto schießen.

Im Gegensatz zu dem ersten Erdnest war bei diesem 2. Nest ungefähr der 5-fache Flugbetrieb zu beobachten. Die Tiere hier waren wesentlich aufmerksamer und aggressiver. Und ich konnte beobachten, dass bei Nest 2 nicht nur Beute und Baumaterial herbeigeschafft wurde, sondern auch der Hohlraum im Erdreich wurde vergrößert, da fleißig Erdkügelchen aus dem unterirdischen Bau getragen wurden.

Dies konnte ich bei Nest 1 nicht beobachten.

Nest 1 mit den friedlichen Hornissen
Nest 1 mit den friedlichen Hornissen; Foto: Oliver Schätzlein

Nest 2 mit den aggressiveren Hornissen
Nest 2 mit den aggressiveren Hornissen; Foto: Oliver Schätzlein

Nest 2 mit den aggressiveren Hornissen
Nest 2 mit den aggressiveren Hornissen; Foto: Oliver Schätzlein


 Ergänzende Hinweise von Oliver Schätzlein am 17. August 2008

Nest 1 ist definitiv verlassen.

Nest 2 ist immer noch recht aktiv, und extrem aggressiv. Ich konnte gerade noch ein Foto von der Wächterin machen, da flog sie mich direkt an und stach mich über die linke Augenbraue. Ein solches Verhalten ist mir bisher noch nie vorgekommen. Ich habe mich dem Nest sehr vorsichtig genähert, und vermied auch Erschütterungen im Boden. Dennoch - sobald ich Sichtkontakt zum Nesteingang habe, wird es immer etwas gefährlich - wie bereits in den vorangegangenen Wochen beschrieben. Bei anderen Hornissenvölkern, die ich in Obstbäumen, Nistkästen oder im menschlichen Siedlungsbereich beobachten und fotografieren konnte, ist mir nie eine solche Aggressivität aufgefallen. Obwohl die Wiese seit dem Mähen des Grases vor über einem Monat, mit Sicherheit nicht mehr von landwirtschaftlichen Maschinen befahren wurde, und somit keine größere Störung stattfand, verhalten sich die Hornissen hier so merkwürdig.

Naja, zum Glück hab ich immer eine Zwiebel dabei, die ich gleich halbierte und auf den Einstich drückte. Jetzt sind mittlerweile 5 Stunden vergangen, und man sieht von dem Einstich schon fast nichts mehr.

Der Flugverkehr an dem Erdloch hat sich übrigens stark reduziert. Ich zählte gegen 15:00 Uhr gerade mal 12 ausfliegende Hornissen, und 5 zurückkehrende - innerhalb von 5 Minuten. Die Hornissen tragen dabei auch bereits tote Larven aus dem Nest - leider ist das Foto davon verwackelt. Was ich auch beobachten konnte, dass sich die Tiere nach wie vor schwer tun, den Eingang zu finden. Es kreisen immer wieder heimkehrende Tiere in der Nähe im Tiefflug über die Wiese, und suchten offenbar nach dem Eingang. Erst wenn sie einmal direkt über das Loch in der Erde geflogen sind, machten sie noch eine Schleife und landeten dann punktgenau. Ich hatte öfter mal den Eindruck, dass so manche Arbeiterin nach minutenlanger erfolgloser Suche einfach davon flog - zumindest entfernten sich manche wieder so weit, dass ich sie aus den Augen verlor.


Ergänzende Hinweise von Dr. Elmar Billig

Hallo Oliver,

die Angriffslust oder besser "erhöhte Verteidigungsbereitschaft" Deiner Hornissen in der Erde ist leicht zu erklären. Sie gilt übrigens für Wespen und Hornissen gleichermaßen. Alle am oder im Boden brütenden Hornissen und Wespen werden (auch ganz ohne landwirtschaftliche Maschinen) naturgemäß viel häufiger gestört als die Tiere, die in größerer Höhe bauen. Diese Störungen erfolgen vornehmlich durch Hunde, Katzen, Igel, Ratten, evtl. auch durch Marder, Fuchs und ähnliches. Alle diese Tiere "überprüfen" routinemäßig Löcher, ob sich darin etwas Essbares findet. Außerdem könnte es in diesem Jahr durchaus auch der Fall sein, daß größere Mengen Niederschlag durch das Einflugloch eingedrungen sind. Das sensibilisiert die Arbeiterinnen.

Nester in hoch oben in Bäumen, Rolläden (sofern diese nicht allzu oft gestört wurden) und Dachböden verhalten sich in vielen Fällen erheblich gelassener.


Wächterin am Eingang des Erdnestes
Wächterin am Eingang des Erdnestes; Foto: Oliver Schätzlein

Eine bereits dunkel verfärbte tote Larve wird aus dem Nest getragen
Eine bereits dunkel verfärbte tote Larve wird aus dem Nest getragen; Foto: Oliver Schätzlein


 Abschließende Hinweise von Oliver Schätzlein am 03. September 2008

Jetzt ist auch das zweite Erdnest verlassen. Keinerlei Flugbetrieb, und auch ein Aufstampfen auf dem Boden ließ keine Hornisse mehr hervorkommen.

 


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