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- aktualisiert am 31.10.2016 -

Die Europäische Gottesanbeterin
Mantis religiosa


 Fotos und Text mit freundlicher Genehmigung von Monika und Richard Fellinger; mehr Infos unter www.mantis-religiosa.de

In Europa, ist der warme Süden die Heimat der Fangschrecke "Mantis religiosa". Das weibliche Tier wird etwa 7cm groß, das Männchen bleibt mit 5cm erheblich kleiner und schlanker. Es gibt eine braune und eine grüne Variante. Sie leben auf Büschen und Sträuchern, aber auch auf dem Boden des Graslandes. Durch ihre bizarre Gestalt sind sie nicht leicht zu erkennen. Die Imagines (ausgewachsenen Tiere) erscheinen vom Ende des Sommers bis zum späten Herbst. In dieser Zeit legen sie ihre, einem kleinen Pilz gleichenden, Ootheken an Blättern und Halmen ab, in denen die Eier überwintern. Die Larven (Nymphen) schlüpfen im Frühling, und leben genau so räuberisch wie die Imagines. Anfang des Winters sterben die ausgewachsenen Tiere.

Gottesanbeterinnen ernähren sich von Heuschrecken, Wespen, Bienen und anderen kleinen Insekten.

Ab und zu fällt ihnen auch eine Spinne zum Opfer (Hier eine Wespenspinne Argiope).

Gottesanbeterin frisst Wespenspinne (Argiope)
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Gottesanbeterinnen sind mit den Schaben eng verwandt. Ihren Namen tragen sie daher, dass sie meistens regungslos auf den Pflanzen sitzen, wobei sie die kräftigen Fangbeine, leicht ausgestreckt vor dem Oberkörper gefaltet haben, so dass es aussieht, als beteten sie. In den Jahren, in denen wir Gelegenheit hatten diese Fangschrecken zu beobachten und zu fotografieren, haben wir viel über ihr Verhalten erfahren.

Gottesanbeterinnen sind hochinteressante Tiere. Im Gegensatz zu vielen anderen Insekten, können sie den Kopf drehen und durch den lang gestreckten Oberkörper sind sie sehr beweglich. Sie haben große Facettenaugen und beobachten sehr genau ihre Umgebung. Anscheinend sehen sie ausgezeichnet. In der Regel sitzen Gottesanbeterinnen (häufig mit dem Kopf nach unten) regungslos auf einer Pflanze und warten darauf, dass sich ein unvorsichtiges Insekt nähert, das sie dann blitzschnell ergreifen.

Während das hintere und mittlere Beinpaar aus langen dünnen Beinen besteht, sind die zu Fangbeinen umgestalteten Vorderbeine bedeutend kräftiger und mit spitzen Dornen bewehrt, so dass ein Entkommen für ein gefangenes Insekt fast unmöglich ist.


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Gottesanbeterinnen wirken in ihrer Fortbewegung behäbig, können aber auch sehr schnell sein. Wir haben mehrmals gesehen, wie sich eine Gottesanbeterin ihrer Beute blitzschnell genähert und zugepackt hat. Das betroffene Insekt ließ sich dann, um sich zu retten, auf den Boden fallen oder wurde ergriffen. Aber sie beschleichen auch ihre Beute. Sie nähern sich dann so vorsichtig, dass sie die einzelnen Beine, nacheinander, wie in Zeitlupe von der Pflanze lösen und sich in winzigen behutsamen Schritten ihrem ahnungslosen Opfer nähern. Sie erinnern dann an Chamäleons, die sich auf die gleiche bedächtige Art ihrer Beute nähern.

1999 fotografierten wir in Kroatien bei Baska Voda, in einem an der Küste gelegenen Olivenhain, Gottesanbeterinnen. Hier beobachteten wir zum ersten Mal, dass Wespen, um sich gefahrlos an der Beute der Fangschrecken beteiligen zu können, den Gottesanbeterinnen die Fühler abbeißen. Da wir dieses Verhalten mehrmals beobachteten und dafür in der Literatur keine Erklärung fanden, wandten wir uns an die Universität des Saarlandes in Saarbrücken, die Frankfurter Zoologische Gesellschaft, sowie an eine renommierte Fachzeitschrift. Auf unsere Anfragen erhielten wir die Mitteilungen, dass Fangschrecken sich visuell orientieren und das von uns beschriebene und fotografisch dokumentierte Verhalten, bisher nicht bekannt sei. Wir vermuten, dass Gottesanbeterinnen, die sehr schnell und sehr gierig fressen, sich während des Fressens, visuell nicht optimal orientieren können, und dass die Informationen über die Vorgänge in ihrer Umgebung, über ihre Fühler eingebracht werden. Jedenfalls konnten sich Wespen, wenn sie einer Gottesanbeterin die Fühler abgebissen hatten, vollkommen gefahrlos an deren Beute beteiligen (Siehe die nächsten Bilder).

Wespe attackiert Gottesanbeterin


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Wir sollten nicht vergessen, dass das Verhalten vieler Insekten sowie die Fähigkeiten ihrer Sinne, bei weitem noch nicht vollständig erforscht sind. Auf der Erde gibt es ca. 2000 Arten von Fangschrecken. Allerdings leben die meisten von ihnen im tropischen Regenwald.

Sie finden hier viele Bilder von Gottesanbeterinnen, die Beute gemacht haben und gerade dabei sind diese aufzufressen. Das soll nicht heißen, dass Sie nun in Kroatien auf Schritt und Tritt Gottesanbeterinnen begegnen. Diese Fotos wurden in mehreren Jahren, und bei verschiedenen Aufhalten in Kroatien gemacht. Oft war stundenlanges Ausharren und auch viel Glück notwendig, um zu diesen Bildern zu gelangen. Da Gottesanbeterinnen nicht gut und vermutlich auch nicht gerne fliegen, verharren sie oft tagelang auf derselben Pflanze, wo man sie dann sehr genau beobachten und ihr Verhalten studieren kann.

Sehr schwierig waren die Fotos, von den, die Fühler abbeißenden Wespen, zu machen, da diese Vorgänge rasend schnell vonstatten gingen. Die Wespen, die auf den Bildern ruhig in der Luft zu schweben scheinen, waren in Wirklichkeit in unglaublich schneller Bewegung, so dass es nur der extrem kurzen Leuchtzeit der beiden Blitzgeräte zu verdanken ist, dass diese Fotos gelangen.

Monika und Richard Fellinger


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Fast alle Fotos, die Sie im Querformat oder aufrecht stehend sehen, sind lediglich der besseren Orientierung wegen so dargestellt. In der freien Natur hängen Gottesanbeterinnen zumeist mit dem Kopf nach unten an Pflanzen und Sträuchern.

 


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